Märkte und Einkaufsmöglichkeiten
Skurrile Boutiquen wie dem „Halleschen Haus“ und dem „Voo Store“ bis hin zu großen Fachgeschäften wie dem ultimativen Kunsthandwerksladen „Modulor“ oder dem nahegelegenen „JustMusic“, das auf fünf Etagen fast alles hat, was man für Musik braucht- in Kreuzberg gibt es alles (sogar Tonstudios, in denen man die Instrumente oder Geräte testen kann). Einkaufsmöglichkeit bietet unter andern auch der türkischen Markt entlang des Landwehrkanals an der Grenze zwischen Kreuzberg und Neukölln. Oder die „Markthalle Neun“, seit 1891 geöffnet, und bis heute der Hit, wenn es um seltene, lokale und besondere Lebensmittel und Spirituosen geht. Jeden Donnerstagabend zum Beispiel ist die große Halle voll mit Street Food sowie Delikatessen von Fleisch, Käse oder Wein.
Kreuzberg ist nachts besonders aktiv – in den vielseitigen Live-Musikzentren, verrauchten Bars und riesigen wie kleinen Clubs wir die Nacht zum Tag gemacht. Etwa der „Tresor“ ist bekannt für seinen Techno und befindet sich in einem riesigen stillgelegten Kraftwerk, in dem auch Veranstaltungen stattfinden, darunter „Berlin Atonal“, eines der führenden Festivals für elektronische Musik und bildende Kunst in Berlin. Unten am Schlesischen Tor befindet sich das legendäre Wassertor mit einem herrlichen Blick auf den Fluss von seinen Tanzflächen aus. Etwas weiter lag der legendäre „Club der Visionäre“, wo Getränke mit Blick auf den Kanal unter Weidenbäumen geschlürft und Tag wie Nacht durchgetanzt wurde. Leider brannte er im Sommer 2019 ab.
Ein aufstrebender Nachtlebensort ist die Reichenberger Straße mit zahlreichen Bars. „Bohnengold“ etwa ist eine Mischung aus Bar und Club - vorne kann man in Ruhe etwas trinken und sich unterhalten, während im hinteren Bereich, versteckt, ein Clubraum liegt, indem House Music oder funky Disco gespielt werden.
Kreuzberg hat eine der vielfältigsten kulinarischen Szenen Berlins, von gehobenen Restaurants wie dem „Lode & Stijn“, dem traditionellen deutschen Restaurant „Zur kleinen Markthalle“ oder der nahegelegenen „Henne“, einem alt-berliner Wirtshaus (das knusprig gebratene Huhn ist zu empfehlen) . Auch an mexikanischen, peruanischen, japanischen und italienischen Restaurants fehlt es nicht. Am Maybachufer etwa findet sich das über die Bezirksgrenzen hinaus bekannte „Cocolo Ramen“. Die Kreuzberger Gastronomieszene ist allerdings vor allem auch bekannt für türkische und arabische Küche, beispielsweise ist das „Mercan“ sehr beliebt, das „Maroush“ (Libanesisch) oder das Baraka (Ägyptisch-Marokkanisch). Zwischen Kottbusser und Schlesischem Tor liegen preiswerte Restaurants, die bis spät in die Nacht geöffnet sind.
Im Bezirk gibt es eine gute Auswahl an Kunstgalerien und Museen. Der „Kunstraum Kreuzberg/Bethanien“ befindet sich in einem alten Krankenhausgebäude am Mariannenplatz und bietet in seinem weitläufigen Raum oft große Ausstellungen. Die „König Galerie“, die sich in einer renovierten brutalistischen Kirche befindet, ist bekannt für ihre zukunftsweisenden Ausstellungen deutscher und internationaler Künstler. Und in der Nähe der „Berlinischen Galerie“ befindet sich ein Museum für moderne Kunst mit einer beeindruckenden ständigen Sammlung von Gemälden des 20. Jahrhunderts, aber auch mit häufig wechselnden Kunst-, Fotografie und architektonischen Ausstellungen der Avantgarde.
Der „Görlitzer Park“ ist ein beliebter Treffpunkt für Kreuzberg, der weitläufig die Sonne am späten Nachmittag einfängt. Picknicks, Drinks, oder Frisbee-Spiel, häufig werden Besucher von Akrobaten oder einem Trommelkreis unterhalten.
Im Bergmannkiez befindet sich der „Viktoriapark“: Ein Spaziergang dort bietet einen Panoramablick über ganz Berlin. Der Park verfügt auch über einen 24 Meter hohen Wasserfall, bei dem das Wasser über Felsen und Felsbrocken abfällt (eine elektrische Pumpe bringt das Wasser wieder nach oben). Der Park ist auch aus anderen Gründen bemerkenswert: das Kreuz, das sich am Aussichtspunkt befindet, gab Kreuzberg seinen Namen.
In der Nähe befindet sich der „Park am Gleisdreieck“, einer der neueren Parks der Stadt, neben historischen Eisenbahngleisen, befindet sich dort auch das Deutsche Technikmuseum, und eine Reihe alter Backsteingebäude, zwischen denen häufig Konzerte und Events stattfinden. Der Park verfügt über große Sport- und Picknickplätze, Kinderspielplätze, Basketballplätze und Bahnen für Skateboarder, sowie über ein Café und einen Biergarten samt Brauerei.
Kreuzberg erstreckt sich vom Checkpoint Charlie, am Rande des Bezirkes Mitte, nach Osten, entlang der Spree bis nach Friedrichshain. Im Süden liegt das Tempelhofer Feld, der stillgelegte Flughafen, der heute ein riesiger Park ist. Der Landwehrkanal markiert die Trennung zwischen Kreuzberg und Neukölln (und dann südlich entlang der Schönlein Straße), obwohl die beiden Vororte viele ähnliche Merkmale tragen und in der Kombination gemeinsam den Spitznamen Kreuzkölln tragen.
Kreuzberg ist mit dem Rest der Stadt über die U-Bahn und das Busnetz gut verbunden. Es gibt U-Bahnlinien nach Norden bis Mitte und in den Prenzlauer Berg, nach Süden bis Neukölln und die U1 - Berlins älteste U-Bahnlinie – bringt östlich und westlich bis Friedrichshain und Charlottenburg.
Als die Berliner Mauer noch existierte, war der Kreuzberger Abschnitt SO36 (Postzustellbezirk Südost 36, grenzend an Mitte und Treptow) auf drei Seiten von der Mauer umgeben.